Liederkranz Alttann begeistert sein treues Publikum

Eine Reise durch die Romantik

Die Schwäbische Zeitung  berichtete dazu …

Wenn traditionell im Herbst der Liederkranz Alttann zum Sängerabend einlädt, dann müssen sich die erfolgsgewöhnten Sänger keine Sorgen über genügend Besucher für ihre Veranstaltung machen. Ein volles Haus ist ihnen sicher. Auch heuer waren innerhalb kürzester Zeit alle vier Veranstaltungen restlos ausverkauft. Zwischen 70 und 80 Prozent der Besucher sind ein treues Stammpublikum, weiß Liederkranz-Vorsitzender Karl Motz. Und sie kommen aus einem Umkreis von rund 100 Kilometern. 430 Besucher bei jedem der vier Konzertabende, davon können andere Chöre nur träumen.

Sicher ist es die hohe Professionalität der Sänger, die seit 24 Jahren von Dirigent Peter Schad geleitet werden. Gut kommt auch die Auswahl an mit Liedern von Franz Schubert, Karl Maria von Weber, Giuseppe Verdi und Johannes Brahms. Und das Ambiente ist ansprechend. Bis auf den Hornisten und einen Auftritt der Balettschule Berna Uythof aus Ravensburg, wird das komplette Programm von den Sängern selbst gestaltet, einschließlich der Soloauftritte. Das romantische Bühnenbild stammt von Maria Schad, der Ehefrau des Dirigenten.

„Lieder der Romantik“ standen auf dem Programm. Mit „Am Brunnen vor dem Tore“ von Franz Schubert, wohl das Synonym für Romantik pur, eröffnete Peter Schad das Konzert. Gefolgt vom Volkslied „In einem kühlen Grunde“, im Satz von Friedrich Silcher. Mit nur wenigen Gesten dirigiert Schad den Chor. Sowohl die Sänger als auch der Dirigent kommen ohne Noten aus. Bei einem Konzert, das erst um 23 Uhr endet, mit exakt nur 20 Minuten Pause, eine reife Leistung.

Hatte Schad die beiden ersten Gesangsstücke sehr verhalten und langsam singen lassen, kam mit dem Tessiner Volkslied „Pferde zu vieren traben“, Temperament und Tempo auf die Bühne. Auch wer mit dem Titel vielleicht zuerst nichts anfangen konnte, spätestens beim lockenden “Komm in die Gondel“, ging ein Licht auf. Als Moderator fungierte, gekonnt wie gewohnt, Sänger Schorsch Deger, mit Informationen zu den Komponisten, mit Anekdoten und kleinen Witzen.

Die Reihe der Gesangssolisten eröffnete Thomas Landgraff, mit der Arie des Grafen aus dem „Wildschütz“ von Franz Lortzing. Später folgten der als „Caruso von Alttann“ angekündigte Kuno Reichle mit „Waldandacht und Bassist Walter Appenmaier mit „In der Waldschänke“. Hubert Riedesser hatte im Chor einen Solopart.

Der Jägerchor aus dem Freischütz und der stimmgewaltige Gefangenenchor aus Nabucco, Goethes Ballade „Der König von Thule“ und Weisen von Brahms führte die musikalischer Reise durch die Romantik des 19.Jahrhunderts. Dass die Romantik wohl nie aussterben wird, ließen die Alttanner Sänger in den letzten drei Liedern aufleben, darunter „Weit, weit weg von hier“ von Hubert von Goisern.

Instrumental überzeugte Wladimir Neufeld, Horn mit der Romanze aus dem Hornkonzert Nr. 3 von Mozart und der Romanze für Horn und Piano op. 36 von Camille Saint-Saens. Einfühlsam begleitete das Wolfegger musikalische Kronjuwel, Franz Ott, den Chor am Klavier, und glänzte im Solo mit dem “Impromptu Op.90“ von Franz Schubert. „Haben wir nicht einen wunderbaren Pianisten?“, fragte am Ende des Konzertes der Dirigent das Publikum, und fügte hinzu: „Bei uns heißt es nicht Dank sei Gott, sondern Dank sei Ott.

Mit Konradin Kreutzers Abendchor und zwei Zugaben endete der Sängerabend. Der reine Männerchor mit einer gasklaren Aussprache, mit hervorragenden Sängern und einem Dirigenten, der die Stimmen wie Violinsaiten zum Klingen bringt, macht Lust auf Chorgesang.

SZ Gabriele Hoffmann

Nach diesem musikalischen Highlight befragte der Pressereferent des OCV, Klaus Haid, den Chorleiter des Männerchor Alttann Peter Schad.

Hallo Peter Schad,
nach diesem begeisternden Konzert hätte ich ein paar Fragen:

OCV aktuell: Seit wann sind Sie Dirigent?
Peter Schad: Seit 1987

OCV aktuell: Der Männerchor Alttann ist ein Phänomen. Seit  mehr als zehn  Jahren habt  ihr vier Konzerte mit insgesamt mehr als 1800 Zuhörern  ausverkauft. Was ist der Schlüssel zu einem solchen Erfolg?
Peter Schad: Wir haben bei unseren Sängerabenden jedes Jahr ein bestimmtes Motto. „Lieder aus dem alten Russland“, „Seemannslieder“, „Das waren Schlager“, „Zauber der Operette“ gab es z. B. in den letzten
Jahren und dieses Jahr erklangen bei uns „Lieder der Romantik“.  Wir laden zu unseren Konzerten meistens noch eine attraktive Tanzgruppe oder auch einen Instrumentalsolisten ein, die unser Programm ergänzen.
Außerdem haben wir mit unserem Franz Ott einen hervorragenden Pianisten und mit Georg Deger einen ausgezeichneten Moderator in unseren Reihen.
Meine Maria malt jedes Jahr ein entsprechendes Bühnenbild und wir – das heißt der MCH Alttann  – geben unser bestes. Ich lege Wert darauf, dass auswendig gesungen wird, denn ich bin überzeugt, dass so der berühmte Funke zum Publikum leichter überspringt.

OCV aktuell: Sie bewegen sich mit der Chorliteratur hauptsächlich im traditionellen Männerchorbereich. Heißt das Schuster bleib bei deinen Leisten?
Peter Schad: Wir haben neben deutschen Liedern auch italienische, griechische, russische und auch das ein oder andere englische im Repertoire. Insgesamt könnte man unser Programm durchaus als traditionell bezeichnen. Die Literatur ist so reich und schön, dass es jammerschade wäre, wenn sie nicht mehr gepflegt würde.

OCV aktuell: Wie sieht es mit Sängernachwuchs aus?
Peter Schad: Der MCH Alttann ist nach wie vor sehr gut aufgestellt, auch wenn man in unseren Reihen vergeblich nach 20jährigen sucht.

OCV aktuell: Die Jungen  sind das Tafelsilber eines Vereins, doch die meisten Vereine  verzichten darauf. Habt ihr euch schon Gedanken in dieser Richtung gemacht.
Peter Schad:  Dieses Thema beschäftigt uns genauso wie viele andere Chöre. Wir sprechen regelmäßig Leute an, bei uns mitzumachen und sind in der glücklichen Lage, dass ab und zu wieder ein neuer Sänger bei uns einsteigt.

Herzlichen Dank für dieses Interview und weiterhin so viel Freude und Engagement bei Ihren Auftritten.

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