Mit gefühlvollem Elvis und einem Schuss Ironie

Rund 300 Zuhörer hatten sich in der Mehrzweckhalle eingefunden, um sich an berühmte und erfolgreiche Filme erinnern zu lassen, die unmittelbar mit diesen Melodien in Verbindung gebracht werden. Man ließ sich gerne mit ins musikalische Geschehen hineinnehmen, wohl wissend dass ein Konzert beim Liederkranz immer mehr als nur Musik beinhaltet. Wieder einmal hatten die Verantwortlichen mit viel Kreativität und großem Aufwand für originelle Spezial-Effekts, Gags oder Hingucker am Rande gesorgt. Der Gemischte Chor, der Frauenchor und die Chorkids waren unter der Gesamtleitung von Imke Niebel mit viel Engagement bei der Sache. Pianist Hans-Christian Riegner begleitete einfühlsam und sehr kompetent das umfangreiche und kurzweilige Programm.

Auch ein Schuss Ironie und Augenzwinkern fehlte nicht. Etwa wenn die Seißener Sangesmannen „Ich brech die Herzen der stolzesten Frauen“ anstimmten, und die neunHerzensbrecher dann einzeln ihrer Dirigentin symbolisch hängende Rosen überreichten. Und die verdrehte dann gekonnt die Augen, was für viele Lacher sorgte. Bei „Mister Sandman“ wurde Percussion mit der Stimme gemacht. Dramatisch wurde der „Kriminaltango“ in Szene gesetzt. Herz-Schmerz war bei „Dornenvögel“ angesagt, dazu lächelten Pater Ralph und Maggie überlebensgroß von der Leinwand. Beschwingt wurde „Always look on the bright side of life“ präsentiert, bei dem sechs Damen im Vorderrund die Verse sangen und der restliche Chor mit „Dudups“ für den nötigen musikalischen Background sorgte. Sentimental und anrührend präsentierte der Chor „Moon River“ aus „Frühstück bei Tiffany“ mit der unvergleichlichen Audrey Hepburn, die im kleinen Schwarzen von der Leinwand zuhörte. Ein kleiner Elvis mit Riesenhaartolle hatte seinen Auftritt beim gefühlvoll dargebotenen „Love me tender“ von Elvis Presley. Beliebte Filmmelodien Überzeugen konnte der Frauenchor mit „Mamma Mia!“, einem Medley von bekannten Abba-Titeln. Besinnliche Texte hatten die Lieder „Sieh auf Deinen Weg“, „Sanft weht ein Hauch über´s Meer“ oder „Papierflieger“, die von den Frauen gefühlvoll interpretiert wurden. Ansprechend gelang auch „Que sera, sera“ aus demHitchcock-Film „Der Mann, der zuviel wusste“. Hinter den teils leicht, flockig und unterhaltsam dargebotenen und anzuhörenden Vertonungen, standen für den Chor anspruchsvoll und schwierig zu singende Partien, die von den 38 Sängern meist gut gemeistert wurden. Wie bei vielen Chören, fehlt derzeit auch bei den Seißenern etwas der tiefe Unterbau der Männerstimmen, so dass es teils am Volumen mangelte.

Die Chorkids waren mit „Pippi-Langstrumpf“-Liedern, „Biene Maja“ und „Willy Wonka“ mit Inbrunst und viel Herzblut bei der Sache, auch wenn der ein oder andere Ton auch mal haarscharf daneben lag. Lukas, Jakob und Johannes Niebel waren für die Moderation und für diverse Show-Effekte und Einlagen zuständig, was sie souverän meisterten. Am Ende gab’s noch eine Zugabe. Mit „Lalelu – nur der
Mann imMond schaut zu“wurden die Kinder ins Bett verabschiedet, die schon im Nachtgewandauf der Bühne standen.Eine weitere nette Idee von so vielen an diesem Abend.

Johannes Pfeffer, 22. Nov 2012, Chorverband Ulm, Junge Chöre, Kinderchöre, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

© 2018- Singen-und-Stimme - Weblog des Schäbischen Chorverbandes, Fritz-Walter-Weg 19 70372 Stuttgart, Tel: 07 11 / 46 36 81Die Seite für alle Sänger und Sängerinnen - Chöre, Chorvereine, Chorverbände - Kontakt - Impressum - Datenschutz buetefisch marketing & kommunikation & agentur einfachpersönlich