Musik liegt in der Luft

Am Samstag, dem 1. Dezember, war die Luft in Kirchberg wirklich voll von Musik, denn der Gesangverein Frohsinn, der mit seinen drei Chören drei Generationen vertritt, zeigte, wie alljährlich um diese Zeit, dass sie das Jahr über fleißig geübt haben. Sie bewiesen mit ihrem Programm, getreu dem Motto des Vereins „Singen mit Freude – mit Freunden singen“, Ihre Begeisterung für das Chorsingen. Nach einer kurzen Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Anton Klotzbücher, die außer dem Publikum, den örtlichen Honoratioren, vor allem dem Kooperationsbeauftragten des Schwäbischen Chorverbandes, Martin Sprenger galt., begann wie immer das Programm in der weihnachtlich geschmückten Halle mit den Jüngsten, dem Fire Choir (im Prinzip die Enkel des Gemischten Chors), der mit dem Schulchor zusammen unter der Leitung von Karin Pflüger-Metz am Klavier und gut ergänzt  von der Flötistin Christine Seguret bewies, dass auch Kinder richtig gut singen und spielen können. Mit Ausschnitten aus ihrem kürzlich aufgeführtem Singspiel „Der Rattenfänger von Hameln“ von Günther Kretzschmar wärmten Sie das Publikum auf, das vom Können der Jüngsten begeistert war und sie mit einem kräftigen Applaus entließ.
Im Rahme des Konzertes wurden nun dem Gesangverein Frohsinn Kirchberg, vertreten durch den 1. Vorsitzenden Anton Klotzbücher und Rektor Alfred Stephan für unsere Schule, vom Kooperationsbeauftragten des Schwäbisch Chorverbandes, Martin Sprenger, die Kooperationsurkunden überreicht. Mit der musikalischen Kooperation Schule-Vereine wird es nun möglich, dass einzelne Schulen und Vereine eine musikalische Patenschaft beginnen und mehrere Jahre nacheinander auch finanziell zum Aufbau dieser Zusammenarbeit unterstützt werden können. Beide Partner, Schule und Verein, erhalten eine solche Urkunde, unterzeichnet von der Kultusministerin und dem Präsidenten des Schwäbischen Chorverbandes, Herrn Dr. Seifert.
Das vom Kinderchor gut eingestimmten Publikum empfing den Chor „GoodNews“ unter der Leitung von Irena Khani-Jancévskyté sehr freundlich. Dies sind, um beim Beispiel zu bleiben, sozusagen die Eltern des Fire Choirs und die Kinder des Gemischten Chores. Helga Igel moderierte souverän die Darbietungen von GoodNews. Die begannen, in deutscher Sprache, mit einem Chor aus dem Jahr 1614 „Musica, die ganz liebliche Kunst“ von Johannes Jeep, gefolgt von dem bekannten englischen Volkslied „Greensleeves“ in einem musikalisch getragenen Satz, den der Chor passend umsetzte, und damit bewies, dass er auch klassische Weisen hervorragend interpretieren kann. Auch der Pianist des Abends, Harald Sigle, der erwiesenermaßen in allen Musikstilen zu Hause ist, war nun mit von der Partie und begleitete einfühlsam die Chöre in der gewohnt souveränen Art. „Wie kann es sein“ fragten nun die Sänger im nächsten Stück, einem Chor von Wise Guys und E. Hüneke im ansprechenden Arrangement von Sebastian Auer. Nun ging es nicht etwa in den Wilden Westen mit „Hallo Django“ von Uli Führe, wie man meinen konnte. Es war ein flotter Song mit schmissigen Rythmen. Der erste Block mit GoodNews schloss mit dem Lied „The Great Pretender“ von B. Ram, arrangiert von Roger Emerson. Unter großem Applaus verließ GoodNews die Bühne.
Diese betrat nun der Gemischte Chor mit ihrer Dirigentin Birgitt Würz und begann, anmoderiert von Anton Klotzbücher, mit dem oben erwähnten Motto des Chors „Singen mit Freude“ von P. Brettner um dann im gleichen Genre, wie vorher GoodNews mit „Greensleeves“, fortzufahren mit dem bekannten schottischen Volkslied „Amazing Grace“ im Arrangement von Gerd Onnen mit deutschen Text.  Dafür war das nächste Lied „Am Himmel, da funkeln Sterne“ voll brasilianischem Feuer, deutscher Text und Satz von W. Klefisch. In Abänderung des ausgedrückten Programms änderte sich die Reihenfolge der Lieder und das aus gutem Grund:
Bevor das nächste Lied erklang, dessen Chorsatz Lina Göttlicher anlässlich ihres 85. Geburtstags dem Gesangverein gespendet hatte, wurde die mit nun 91 Jahren älteste aktive Sängerin in allen Ehren und mit den besten Wünschen für die Zukunft in den „Ruhestand“ verabschiedet. Zu Ehren von Lina Göttlicher sang dann der Chor das besagte Lied „Die Welt ist voller Wunder“ aus dem Spanischen, in einem Satz von Otto Groll. Nun wagte sich der Chor an die berühmte Hymne der Olympischen Spiele von 1992 in Brasilien, geschrieben von keinem geringeren als A. Lloyd Webber „Amigos para siempre“ (Freunde für immer), in der Chorbearbeitung von Pasquale Thibaut. Mit dieser meisterlich dargebotenen Hymne wurden die Zuhörer in die Pause entlassen.
Traditionell versuchte nun das Publikum sein Glück bei der reichhaltigen Tombola, die mit attraktiven Gewinnen ausgestattet war. So war der Hauptpreis zwei Karten für den Weihnachtscircus auf dem Wasen, im Nu waren daher alle Lose verkauft. Die Pause gab natürlich auch eine gute Gelegenheit, sich ungestört mit seinen Nachbarn zu unterhalten.
Den zweiten Teil, bekannte Tonfilmmelodien von einst, wurde in amüsanter Art und Weise vom eloquenten Gerhard Imberger anmoderiert. Das nun sehr gut gelaunte Publikum empfing die Sängerinnen und Sänger des Gemischte Chors mit kräftigem Beifall. Der Chor begann nun mit der eigentlich überflüssigen Feststellung: „Wir machen Musik“ von Peter Igelhoff, in der Bearbeitung von Otto Groll. Es folgten nun heiße Rhytmen  aus dem Film „Der Clou“: Der berühmte Ragtime von Scott Joplin „The Entertainer“, bearbeitet von Gerd Onnen als „Der „Entertainer-Rag“, kam bei den Zuhörern sehr gut an. Als Gegenstück sang der Chor nun das etwas melancholische Lied „Die Rose“ von Amanda McBroom in einem Chorsatz von Wolfgang Tropf. (Dazu hatte Gerhard Imberger in seiner Anmoderation die Bereitstellung von Taschentüchern empfohlen!) Der Gemischte Chor rundete dann mit mehreren flotten Ufa-Tonfilmmelodien von Franz Grothe (in der Chorbearbeitung von Karl-Heinz Steinfeld) seine Darbietungen ab. Nach der Aufforderung „Sing mit mir“ begrüßten die Sänger das Glück, das die Zuhörer hoffentlich in der Tombola hatten,  „Guten Tag, liebes Glück“, kamen dann zur Binsenweisheit „In der Nacht ist der Mensch nicht gern alleine“ und sangen dann den Zuhörern aus der Seele „So schön wie heut’, so müsst’ es bleiben“. Wie immer wurde der Chor dabei hervorragend unterstützt von Harald Sigle am Klavier, dem einfühlsamen und wie gewohnt virtuosen Begleiter. Nicht nur dem Chor sondern auch ihm galt der anhaltende Beifall. Kein Wunder, dass das Publikum dem Rat Gerhard Imbergers folgte und eine Zugabe verlangte. So erklang noch einmal das „Singen mit Freude“.
Der Pianist blieb – die Chöre wechselten und GoodNews gestaltete nun mit vier Songs, man könnte sie auch moderne Liebeslieder nennen, den Schlusspart.
„Dream a little dream“ / Träume einen kleinen Traum (Text Gus Kahn, Musik W. Schwandt / F. André) machte den Anfang, das zum Glück die Zuhörer nicht wörtlich nahmen – sie blieben hellwach und summten leise mit. Schließlich ging es im nächsten Stück um die große Liebe „How deep is your love“ / Wie tief ist deine Liebe (Text und Musik M.E. Gibb, Satz Carsten Gerlitz). Über den Song „True Colors“ (Text und Musik B. Steinberg und T. Kelly, arrangiert von Roger Emerson) ging es zum Schlusslied „Goodnight, sweatheart“ / Gute Nacht, Liebling (Text und Musik C. Carter und J. Hudson, Arrangement Robert Sund). Anhaltender Beifall belohnte die Sänger, die so um eine Zugabe nicht herumkamen.
Anton Klotzbücher bedankte sich bei allen Beteiligten: bei den Chorleitern, den Sängern, dem Pianisten, der Flötistin, den Frauen, die die Halle so eindrucksvoll geschmückt hatten, den Honoratioren und last not least beim Hausmeister Rainer Drexler.
Viele Zuhörer ließen den Abend, wie gewohnt, an den rasch aufgestellten Tischen bei Getränken und kleinen Speisen ausklingen. Sicher ist bei den angeregten Gesprächen oft die Frage gestellt worden, ob man sich z. B. an die alten Filme und die (damals) bekannten Schauspieler noch erinnern kann. Mit den schönen Tönen im Ohr  waren die Zuhörer sicher gerne bereit, dem Motto des Abends zuzustimmen:

Musik liegt in der Luft!

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