Konzertchor gastiert im europäischen Norden

Im Februar 2012 startete der Konzertchor des Chorverbandes Schwarzwald-Baar-Heuberg ein außergewöhnliches Projekt. Unter der Bezeichnung „Lieder für Tallinn“ studierten ca. 120 Sängerinnen und Sänger die Literatur für ein großes, romantisches Chorkonzert ein um damit zweimal im Verbandsgebiet aufzutreten. Danach wollten sie mit diesem Programm nach Estland und Finnland reisen, um dort als musikalische Botschafter ihres Heimatverbandes zu wirken.

Konzertchorreise nach Tallinnn.

Erwartungsvoll und frohgestimmt landeten am Pfingstsonntagnachmittag des Jahres 2013  103 Reiseteilnehmer auf dem Tallinner Flughafen, wo sie schon von 2 Bussen mit weiblichen Guides erwartet wurden. In strahlendem Sonnenschein ging die Fahrt direkt zur Sängerbühne, auf der bei den berühmten estnischen Sängerfesten, die alle 5 Jahre stattfinden, bis zu 30.000 Chormitglieder Platz finden. Das war der Auftakt zu einer herrlichen Woche voller Musik und Gesang in Verbindung mit grandiosen Erlebnissen bei beeindruckenden Fahrten und Besichtigungen zweier wunderschöner Ostseeländern.

Am nächsten Morgen wurde das mittelalterliche Stadtensemble Tallinns erkundet. Dabei besuchte man auch den Domberg, dessen Burg im Laufe ihrer langen Geschichte mehrfach zerstört und umgebaut wurde. Bis heute wird sie als Sitz der estnischen Regierung und des Parlamentes genutzt. Der mitgereiste Verbandsvorsitzende Dieter Kleinmann wurde von den anwesenden Parlamentariern freudig begrüßt, hatte er doch bei einem früheren Besuch Kontakte zu ihrem Land geknüpft und dadurch diese Chorreise erst ermöglicht. Der Chor erfreute die Politiker daher spontan mit 2 deutschen Volksliedern.

Am Spätnachmittag  stand, nach einer gründlichen Einsing-Probe, in der Nicolaikirche das erste Konzert an. Erfreulich viele Tallinner Bürger füllten die Kirche und ließen sich von den wundervollen romantischen Klängen deutschsprachiger Komponisten verzaubern.

In der vom schwedischen König Gustav II Adolf 1632 gegründeten Universität in Tartu am Emajögi-Fluss, einem kulturellen Zentrum Estlands, fand dann auch Tags darauf die zweite Aufführung des Konzertchores statt. Wieder erklangen die herrlichen Werke romantischer Meister, wieder verzauberte Merlind Witte mit ihrem wunderschönen Mezzosopran und ihrem

Auftritt des Konzertchores CV SBH in der Universität der estnischen Stadt Tartu

schauspielerischen Talent beim Schubertständchen Chor und Zuhörer. Am Flügel begleitete sehr einfühlsam Katalin Theologitis. Die ausgezeichnete Akustik des klassizistischen Festsaales beflügelte Chorleiterin Ursula Riehm ebenso, wie die Sängerinnen und Sänger die sehr engagiert und konzentriert zu einem wunderschönen Chorklang fanden.

Am 22. Mai ging es auf eine Exkursion in den Lahemaa-Nationalpark. Dort lernte man einen zauberhaften Küstenabschnitt mit lichten Wäldern, charakteristischen Ferien-Holzhäusern und einem findlingsbestückten Strandabschnitt kennen. Beim Besuch der Herrenhäuser von Sagadi und Palmse konnte man einmal mehr in die Landesgeschichte eintauchen. Die im 18. und 19. Jahrhundert von deutsch-baltischen Adligen erbauten Häuser mit etlichen Nebengebäuden und großen Ländereien sind sehr gut erhalten und mit Möbeln der damaligen Zeit eingerichtet. Sie dienen heute als Restaurants, Schulungs- bzw. Ausstellungsräume oder werden anderweitig sinnvoll genutzt. Bei einem Halt in Rakvere besichtigte man die auf dem Vallimägihügel gelegene mächtige Ruine einer einstigen dänischen Ordensburg, die ab 1975 umfangreich restauriert und konserviert wurde. Diese Ruine lockte ihre Besucher mit Ritterspielen wie Bogenschießen und anderen mittelalterlichen Belustigungen.

Eine steife Brise hieß die Ankömmlinge am nächsten Tag, nach einer nebligen Ostsee-Überfahrt mit der Fähre, in Helsinki willkommen. Auf der Stadtrundfahrt erhielt man einen ersten Eindruck von einer großzügig erbauten Metropole mit breiten Straßen, großen Parks und Plätzen, prächtigen Häusern, stressfreiem Autoverkehr und einer unaufgeregten Bevölkerung. Kurzum einer jungen Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten und einem ganz besonderen Charme.

Ein Halbtagesausflug führte nach Järvenpää, zu dem „Ainola“ genannten Wohnhaus von Jean Sibelius, dem wohl berühmtesten, finnischen Komponisten (1865 – 1957) und dessen, auf seinem Grundstück gelegenen Grab. In Hvitträsk, einer Architekten- und Künstlerkolonie, konnte man anschließend vieles über finnische Baukunst erfahren.

Die unterirdische Felsenkirche Temppeliaukion kirkko war am Spätnachmittag Schauplatz der letzten Konzertaufführung des Chores. Schon die Einsingprobe offenbarte eine unglaubliche Akustik. Das etwas gekürzte Programm berührte Akteure wie Zuhörer ungemein.

Freitagabend nach dem Konzert, erlebte die Reisegruppe Helsinki bei Nacht. Plötzlich war die Stadt voller Menschen. Restaurants, Pubs Discos etc. waren gut besucht. Bei lauen 13 ° vergnügten sich viele junge Menschen im Freien. Im typisch finnischen Traktor-Restaurant „Zetor“, einem Gourmettempel ungewohnten Ausmaßes,  nahm man dann bei Rentiergeschnetzeltem Abschied von einem herrlichen Land der Seen und Wälder.

Hahnel, 12. Jun 2013, Chorverband Schwarzwald-Baar-Heuberg, gemischte Chöre, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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