Von virtuos bis klanggewaltig – Zabergäu und Leintal

Zehn Vokalformationen aus dem Zabergäu und Leintal begeisterten beim Festival der Jungen Chöre am Samstagabend in Brackenheim

„Ein Lied kann eine Brücke sein“ – s’Chörle, der kleine, nur zehn Sänger starke Chor aus Haberschlacht wählte diesen Titel sicher nicht ohne Grund, denn das Festival der Jungen Chöre im Brackenheimer Bürgerzentrum ist alljährlich ein Brückenschlag zwischen verschiedensten Stilen der Chormusik, zwischen allen Altergruppen und Bevölkerungsschichten. In diesem Sinne formulierte es auch Bruno Till, Vorsitzender des TGV Dürrenzimmern, dessen Chor Arcobaleno 2013 Ausrichter des Abends war: „Was wir heute Abend hören, ist das Ergebnis von wochenlanger, oft monatelanger Probenarbeit. Chorgesang bringt jede Woche Menschen zusammen, die oft unterschiedlicher nicht sein könnten.“ Im Chor, so unterstrich er, gehe niemand als Verlierer von der Bühne, egal, wie jemand im Alltag angesehen sei. Werner Treuer, Präsident des Zabergäu-Sängerbundes, bestätigte das gemeinschaftliche Erleben als zentralen Aspekt des Chorgesangs.

Wer nun drei Stunden vornehmlich Rock und Pop erwartete, lag falsch. Das Programm, das die Veranstalter zusammengestellt hatten, reichte von Bach und Händel bis zu den Toten Hosen, von afrikanischen Gesängen bis zu mitreißenden Gospels. Neben den gemischten Chören, fielen zwei Formationen besonders auf: Die Frauenchor Sing 4 fun aus Eibensbach bestach durch sehr reinen, klaren Ton in dynamisch anspruchsvollen Balladen wie „One moment in time“, bekannt geworden durch Withney Houston. Der MGV Ochsenburg präsentierte eine reife Leistung und zeigte, dass auch klassische Männerchorliteratur für einen Abend der Jungen Chöre taugt. Ihre Interpretation des „Drunt’n in der Au“ mit den Soli von Sebastian und Julian Schüle riss die Zuhörer förmlich von den Stühlen. Für ihr „Congratulations“ von den Sportfreunden Stiller sorgte die Rockband „Oxuvatus“ aus Ochsenburg für den passenden Sound. Begeisterungsstürme erlebten auch die Gospel-Voices aus Hausen mit ihrem Dirigenten Julius Gyurcsek. Rita Schmoll überraschte mit einem gekonnt-rauchigen Solo in „I wanna be ready“.

Querbeet aus Stetten bewiesen unter Dirigentin Kathrin Fedele, dass guter Chorgesang auch ohne Instrumentalbegleitung auskommt. Haste Töne aus Meimsheim präsentierten ein Medley beliebter Queen-Hits und Arcobaleno aus Dürrenzimmern eröffneten den Abend mit beliebten Songs aus Deutschpop, Gospel und dem gefühlvollen „This I promise you“  von Ronan Keating. Get up aus Zaberfeld wird seit September von Kathrin Brumm geleitet und bewies insbesondere beim bekannten Hit Freiheit von Marius Müller-Westernhagen ein Gespür für die musikalische Interpretation aussagenstarker Textpassagen. Das Leintal, vertreten durch Tonitus (Leingarten) und Power Voices (Schwaigern) bildete den Abschluss des Chorreigens. Die Schwaigerner punkteten mit guter Intonation und flotter Choreografie. Tonitus überzeugte mit einer überaus gelungenen Vokalvariante des berühmten Air aus Bachs Orchester-Suite Nr. 3. Sopranistin Eva Sell verzauberte das Publikum mit ihrem Melodiesolo, während der Chor  ihren klaren Ton mit den Harmonie der drei Begleitstimmen stützte.

Bildtext: Die Gospel Voices aus Hausen waren ebenfalls beim Festival der Jungen Chöre dabei, die am Samstagabend im voll besetzten Brackenheimer Bürgerzentrum auftraten. Text und Bild: Kerstin Besemer

Hintergrund – Region des Gesangs
Mit Recht kann man das Zabergäu und Leintal als sangesfreudige Region bezeichnen. Insgesamt 14 so genannte Junge Chöre gibt es innerhalb des Zabergäu-Sängerbundes – zehn davon waren im Bürgerzentrum zu hören. „Sie singen modernes Liedgut aus Pop, Rock, Musical oder interpretieren Klassiker in aktueller Weise“, so ZSB-Präsident Werner Treuer. Allein 244 Sängerinnen und Sänger standen auf der Bühne, dirigiert von acht Chorleitern, diversen Instrumentalisten und choreografisch unterstützt von der Dance Company aus Hausen. Das Festival der Jungen Chöre wird seit 1999 jedes Jahr von einem anderen Chor des ZSB ausgerichtet. (keb)

Wolfgang Layer, 2. Dez 2013, Gaue und Verbände, Zabergäu-Sängerbund, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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