Arnhold Budick erhielt die Goldene Ehrennadel des SCV

Seifert-BudickEine beispielhafte „Karriere“ im Gesangverein und regionalen Chorverband

Die Goldene Ehrennadel des Schwäbischen Chorverbands – eine „Auszeichnung für besondere Leistungen und Verdienste um den Chorgesang und damit die heimatliche Volkskultur“ – wird meist bei der Verbandstagung verliehen. Doch manchmal gibt es Terminprobleme wie im Falle von Arnhold Budick. Da bot sich eine Feier zum 70. Geburtstag des Schramberger Jubilars an, an der SCV-Präsident Dr. Eckhart Seifert sehr gerne teilnahm, wie er betonte. Wir zitieren auszugsweise aus seiner Laudatio:

„53 Jahre singen und 50 Jahre im Ehrenamt vom ‚Unterkassier‘ bis zum Vereinsvorstand sowie stellvertretenden Vorsitzenden des Schwarzwaldgaus, das ist kurz und knapp Ihre beispielhafte ‚Karriere‘ im Gesangverein und regionalen Chorverband. In dieser Zeit haben Sie die Chorszene Ihrer Heimatstadt, ihres regionalen Chorverbands, ja sogar darüber hinaus geprägt und Maßstäbe gesetzt. Vor allem haben Sie diese Chorszene entwickelt und sind neue Wege gegangen.  Man darf Ihnen bestätigen: Sie haben immer nach vorn geblickt.

Sie haben für die Zukunft gedacht und so für Zukunft gesorgt. Den ersten Nachweis für diese Lebensleistung erbrachten Sie damit, dass Sie Ihren Verein, den Männergesangverein Frohsinn in Schramberg, zu einer vitalen Chorgemeinschaft weiterentwickelt haben, beginnend mit der Gründung eines eigenständigen Frauenchores. Chorleiter war Hans Martin Werner, damals noch im Studium an der Universität in Mannheim, heute Musikreferent im Kultusministerium Baden-Württemberg. Ihm trauten Sie diese Aufgabe zu, und er hat sie erfolgreich gelöst und viele Jahre die musikalischen Geschicke des Frohsinn geleitet.

Der nächste Nachweis Ihrer Zukunftsorientierung liegt in der festen Kooperation mit der örtlichen Musikschule, die immer wieder Impulse für den Verein auslöst. Die Gründung des Frohsinn-Jugendchores, die Sie zum Ende Ihrer Vorstandstätigkeit im Verein vorbereitet haben, setzte den neuen Stellenwert um, den die Musikschule inzwischen der Chorarbeit beimisst.

Für das letzte – und hoffentlich noch nicht letzte – erfolgreiche Kapitel ‚Musizieren in Schramberg‘ gaben Sie vor fünf Jahren den Anstoß zum sog. ‚Schramberger Modell‘. Dabei ging es um die Einführung von Chorklassen an den allgemein bildenden Schulen mit Hilfe der Musikschule. Nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten wurde dieses Vorhaben zu einem riesigen Erfolg für alle.

Singen bedeutet für Sie auch nach über 50 Jahren Freude, Befriedigung und die stete Chance im Rahmen der Probe innere Balance zu erreichen.“
Die gesamte Laudatio finden Sie nachfolgend.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Herzog,
sehr geehrte festlich gestimmte Gäste,
vor allem aber sehr geehrter, lieber Herr Budick,
liebe Frau Budick,

Ihnen, Herr Oberbürgermeister, danke ich sehr herzlich, dass Sie in Ihrer Eigenschaft als Vorsitzender des Musikschulvereins Schramberg und doch wohl auch im Namen der Stadt diese Ehrungsveranstaltung für einen verdienten Bürger Schrambergs ermöglicht haben. So kann eine Ehrung an der Stelle stattfinden, wo der zu Ehrende seine Verdienste angehäuft hat. Schönere Umstände gibt es nicht.

Sie, lieber Herr Budick, wollte der Schwäbische Chorverband auf seiner Verbandstagung in Ulm in der großen Verbandsöffentlichkeit ehren. In einem Telefonat haben Sie mir die Unmöglichkeit der terminlichen Wahrnehmung erläutert. Dabei ist mir aufgegangen, dass Sie ein besonderer Mitbürger sind, dem besondere Ehre gebührt. So ist mir die heutige Reise nach Schramberg keine lästige Pflicht, sondern eine liebe Gelegenheit, im Kreise Ihrer Vertrauten Ihnen die Hochachtung des Schwäbischen Chorverbands auszusprechen und diese mit der Verleihung der Goldenen Ehrennadel quasi zu beglaubigen.

53 Jahre singen und 50 Jahre im Ehrenamt vom „Unterkassier“ bis zum Vereinsvorstand sowie stellvertretenden Vorsitzenden des Schwarzwaldgaus, das ist kurz und knapp Ihre beispielhafte „Karriere“ im Gesangverein und regionalen Chorverband. In dieser Zeit haben Sie die Chorszene Ihrer Heimatstadt, ihres regionalen Chorverbands, ja sogar darüber hinaus geprägt und Maßstäbe gesetzt. Vor allem haben Sie diese Chorszene entwickelt und sind neue Wege gegangen.  Man darf Ihnen bestätigen: Sie haben immer nach vorn geblickt.
Ausgangspunkt für dieses außergewöhnliche Engagement war das gute Beispiel. Denn zum Singen kamen Sie durch Ihren Onkel, in dessen Haushalt Sie als Halbwaise aufwuchsen. Ihr Vater war vier Wochen vor Ihrer Geburt gefallen und die Mutter erwerbstätig.
Dieser Onkel war selbst über Jahrzehnte aktiver Sänger, ebenfalls Vorsitzender im „Frohsinn“ und ebenfalls Mitglied im Beirat des „Sängergaues“. Und so starteten Sie als 17-Jähriger Ihre aktive chorische Sängerlaufbahn und waren für lange Zeit der jüngste Sänger im damaligen MGV Frohsinn Schramberg.

Besondere musikalische Erlebnisse gab es viele seit jenem 5. Oktober 1961. Gefragt nach Ihrem emotionalsten Erlebnis nannten Sie das Europäische Freundschaftstreffen 1986 in Schramberg. Als Vorsitzender des Frohsinn hatten Sie dieses Freundschaftstreffen initiiert mit dem Chorale Amitié aus der französischen Partnerstadt Hirson und dem befreundeten Männerchor Mevagissey Choir aus Cornwall. Erhebend war für Sie der Gemeinschaftsauftritt von über 100 Sängerinnen und Sängern mit der Europahymne, in drei Sprachen gesungen!
Doch Ihnen war nicht nur das „Erlebnis Chorgesang“ wichtig, Sie waren auch bereit, sich mit Ihren Fähigkeiten ins Vereinsleben und später in den Sängergau einzubringen.

Sie haben für die Zukunft gedacht und so für Zukunft gesorgt. Den ersten Nachweis für diese Lebensleistung erbrachten Sie damit, dass Sie Ihren Verein, den Männergesangverein Frohsinn in Schramberg, zu einer vitalen Chorgemeinschaft weiterentwickelt haben, beginnend mit der Gründung eines eigenständigen Frauenchores. Chorleiter war Hans Martin Werner, damals noch im Studium an der Universität in Mannheim, heute Musikreferent im Kultusministerium Baden-Württemberg. Ihm trauten Sie diese Aufgabe zu, und er hat sie erfolgreich gelöst und viele Jahre die musikalischen Geschicke des Frohsinn geleitet.

Der nächste Nachweis Ihrer Zukunftsorientierung liegt in der festen Kooperation mit der örtlichen Musikschule, die immer wieder Impulse für den Verein auslöst. Die Gründung des Frohsinn-Jugendchores, die Sie zum Ende Ihrer Vorstandstätigkeit im Verein vorbereitet haben, setzte den neuen Stellenwert um, den die Musikschule inzwischen der Chorarbeit beimisst. „Ältere Jugendliche“ erhielten so im stufenlosen Übergang eine Möglichkeit, weiterhin im Kreise Gleichaltriger zu singen und zu musizieren. Damit wurden spätere, glanzvolle Musical-Aufführungen in Schramberg erst ermöglicht.

Ein Glücksfall für den „Frohsinn“ war es, dass der damalige stellvertretende und heutige Leiter der Musikschule, Heinrich Hoffmann, für die Chorgemeinschaft Frohsinn als Nachfolger von Hans Martin Werner gewonnen werden konnte. Er baute den Jugendchor auf und weitete gleichzeitig mit der Rückendeckung von Ihnen, verehrter Herr Budick, als 1. Vorsitzenden des Vereins Musikschule, die Chorarbeit aus. Sein Konzept zur getrennten Singausbildung für Buben und Mädchen verkünden heute die Propheten kindlicher Gesangsbildung als tolle Neuheit. Es führte zu den „Vokalis-Chören“ mit Vorchor, Nachwuchschören, Hauptchören (jeweils getrennt Buben und Mädchen) und dem Auswahlchor. In letzterem sangen Schülerinnen und Schüler, die eine Gesangsausbildung an der Schule belegten. Sehr bald beantragten Sie für die Vokalis-Chöre die Mitgliedschaft im damaligen „Sängergau Schwarzwald“.

Für das letzte – und hoffentlich noch nicht letzte – erfolgreiche Kapitel „Musizieren in Schramberg“ gaben Sie vor fünf Jahren den Anstoß zum sog. „Schramberger Modell“. Dabei ging es um die Einführung von Chorklassen an den allgemein bildenden Schulen mit Hilfe der Musikschule. Nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten wurde dieses Vorhaben zu einem riesigen Erfolg für alle.

Singen bedeutet für Sie auch nach über 50 Jahren Freude, Befriedigung und die stete Chance im Rahmen der Probe innere Balance zu erreichen. Ich habe mir sagen lassen, dass sie in „Spitzenzeiten“ (also vor Weihnachten und bei der Mitwirkung an Projekten anderer Chöre) seit Ihrer Pensionierung in der Woche drei- bis viermal zur Chorprobe gehen, eben weil´s Spaß macht. Und da Männerstimmen stets gefragt sind, helfen Sie bei anderen Chören aus. Schon in Normalzeiten besuchen Sie wöchentlich die Männerchor- oder gemischte Chor-Probe, die Confetti-Probe des „Frohsinn“ und die Probe eines weiteren Vocalensembles in Schramberg mit rd. 25 Sängerinnen und Sängern.

Sie können stolz darauf sein, dass Ihr Vorbild in Ihrer Familie nicht wirkungslos geblieben ist. Ihre Frau ist Gründungsmitglied des Frauenchores, Ihr Sohn – Banker wie Sie – ein leidenschaftlicher Sänger, der alle sängerischen Stufen in der Chorgemeinschaft Frohsinn durchlaufen hat und einige Zeit lang in einem eigenen Vokalensemble sang. Einer seiner ersten Anrufe nach dem Umzug nach Düsseldorf galt dem Schwäbischen Chorverband mit der Frage: Können Sie mir in Düsseldorf ein paar gute Chöre empfehlen?
Ich meine, am befriedigendsten ist ein Ehrenamt immer dann, wenn man das einbringt, was man kann. So mag Ihr ehrenamtlicher Karrierebeginn damit zusammenhängen, dass Sie aus der Volksbankszene kommen. Als Vorstandsvorsitzender der Volksbank Schwarzwald-Neckar standen Sie den Finanzen nahe und haben nach Kräften innerhalb des Förderkonzepts der Volksbanken Vereine und den regionalen Chorverband, den damaligen Sängergau, nach Kräften gefördert. Auch dafür gebührt Ihnen unser aller Dank. Als stellv. Gauvorsitzender haben Sie drei Vorsitzende erlebt und mit Ihrem Hintergrundwissen gestützt. Leider hat der Verband der Volks- und Raiffeisenbanken sein Kulturförderkonzept gänzlich umgestellt. Ich erinnere mich noch an ein diesbezügliches Gespräch mit Präsident Kuhn vom Verband der Raiffeisenkassen und Volksbanken Württemberg während meiner aktiven Dienstzeit. Jetzt wird absolut auf die Sportförderung gesetzt. Und nachdem Förderer wie Sie in den Ruhestand getreten sind, mangelt es an Fürsprechern.

Sie sollen einmal von sich gesagt haben: „Für mich ist Ehrenamt keine Marketingfacette, sondern eine Lebensaufgabe“. Für diese Lebensaufgabe, für Ihr ehrenamtliches Engagement im Verein, im Chorverband in der Musikschule, für Kirche, Orgelbauförderverein, Kunstförderverein, Theaterwerkstatt und vieles andere mehr, hat Ihnen Bundespräsident Horst Köhler 2007 in Berlin das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland am Bande verliehen.

Die Ehrung mit der Goldenen Ehrennadel des Schwäbischen Chorverbandes wurde von Wolfgang Layer initiiert. Gerne hat das Präsidium des SCV zugestimmt, denn ein solches herausragendes Engagement für das Singen im Chor gilt es in besonderer Weise zu würdigen.
Danke an Sie, Herr Budick, für Ihre Leidenschaft und Ihre Beharrlichkeit. Ich hoffe, dass Ihr Beispiel Schule und auch Mut macht. Die Sache Singen ist es allemal wert. Und alles, was ich gesagt habe, fasst diese Urkunde, in folgenden, zugegebenermaßen unzulänglichen Worten zusammen:

Der Schwäbische Chorverband verleiht Herrn Arnhold Buddick die vom Präsidium gestiftete Goldene Ehrennadel als Auszeichnung für besondere Leistungen und Verdienste um den Chorgesang und damit die heimatliche Volkskultur.

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