Kirchenkonzert des Männerchor Bad Saulgau

IMG_5221Festlich erstrahlten die Christbäume im Altarraum, festlich präsentierten sich die Chöre, Orchester und Solisten, festlich gestimmt waren die Zuhörer im beinahe bis auf den letzten Platz besetzten Kirchenschiff und festlich war das Programm des Kirchenkonzertes, zu dem der Männerchor Bad Saulgau am vergangenen Samstagabend in die Stadtpfarrkirche St. Johannes eingeladen hatte. „Gloria, Engel bringen frohe Kunde“ war der Titel dieses nachweihnachtlichen Konzertes, das, wenige Tage vor Mariä Lichtmess, einen eindrucksvollen, Herz und Gemüt anregenden Abschluss der weihnachtlichen Feste bildete.

Mit „Freut euch ihr lieben Christen“, eine Komposition aus der Renaissance des lutherischen Kantors Leonhard Schröter, eröffnete der Männerchor kraftvoll, die gute Akustik der Kirche nutzend, die kirchenmusikalischen neunzig Minuten.  Lautmalerisch legten die Bässe beim „Sanctus“ des zeitgenössischen Komponisten Pjotr Janczàk wirkungsvoll vor, in das die Tenöre strahlend mit dem „hosanna in excelsis“ einstimmten. Mit den Motetten „Bleibe bei uns“ von Reimar Johne, einem Mitglied des Leipziger Saxtett, und „Wachet auf“ von Martin Folz bewiesen die Männer um Christian Vogt ihre Affinität zu zeitgenössischen Komponisten.

Ein strahlend-festliches Orgelvorspiel kündigte die weiteren Akteure des Konzertabends an. Die Sankt Johannes-Chorknaben, von der Orgelempore singend, eröffneten mit dem Adventshymnus der Romantik „Gott sei Dank durch alle Welt“ von Mendelssohn Bertholdy. Schön die Modellierung zwischen den Altstimmen und den Sopranen mit den Gänsehaut  erzeugenden volumenreichen Höhen. Der zeitgenössische belgische Komponist Julius van Nuffel konzipierte seine Chorwerke häufig für große Kirchenräume, die einen stimmlich gut besetzen Chor voraus setzen. So auch die Motette „Christus vincit – Christus siegt“. Der Komponist hätte an diesem Abend seine Freude an den Sankt Johannes-Chorknaben gehabt, die diese freudige Botschaft variationsreich verkündeten. Aufmerksam und souverän an der Orgel von Matthias Burth begleitet.  Eine weitere Größe dieses Konzertabends waren die jungen Musikerinnen und Musiker des Streichorchesters der Städtischen Musikschule Bad Saulgau. Bestens eingestellt, boten sie aus dem Mozart’schen „Salzburger Divertimeni“ das charmante Andante. Finale und Höhepunkt war die Aufführung von „Gloria D-Dur“. Das zyklisch angelegte Werk ist nach den „Vier Jahreszeiten“  das am häufigsten aufgeführte Werk des italienischen Komponisten Antonio Vivaldi. Die zwölf Sätze dieses Werkes führte alle Mitwirkenden des Abends zusammen. Das eröffnende „Gloria“ aller Chöre, dem Orchester und der Solotrompete war einer der Glanzpunkte des Abends. Ihm folgten in wechselnder Besetzung die einzelnen Sätze, sehr kontrastreich, mit überwiegend festlich jubelndem Charakter ausgestaltet und von unterschiedlicher musikalischer Charaktere geprägt. Das „Laudamus“, „Domine Deus“ und das „Qui sedes“ wurde von Vivaldi solistisch vertont. Die beiden Soprane Theresa Heinzelmann und Laura Pfeifer sowie die Altistin Rebecca Sugg von der Mädchenkantorei Bad Saulgau meisterten diesen anspruchsvollen  Part sehr souverän und mit viel Ausdruck und stimmlicher Qualität. Ein Lob und Kompliment auch an die jungen Künstler des Streichorchesters, die sich bei dem großen Werk wacker geschlagen haben. Mit dem kraftvollen und strahlenden und freudigen  Anfangsmotiv „Gloria“  endete dieses qualitätsvolle und die Zuhörer ansprechende Kirchenkonzert, das die Premiere im gemeinsamen konzertieren zwischen dem Bad Saulgauer Männerchor und den Johannes Chorknaben darstellte.

FOTO (Kienzler)

Klaus Haid, 5. Feb 2015, Chorgattung, Jugendchöre, Männerchöre, Oberschwäbischer Chorverband, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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