Was tun bei Stimmproblemen?

© DDRockstar

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Unsere Stimme leistet viel – und manchmal ist uns gar nicht bewusst wie viel, denn die Stimme ist ein mächtiges Instrument. Dank ihr können wir Singen und Sprechen und so auch unsere Gefühle ausdrücken. Geht es uns gut, klingt die Stimme kräftig, hell und geschmeidig. Sind wir traurig, ist die Stimme leise, gedämpft und manchmal auch brüchig. Was würde es bedeuten, wenn wir unsere Stimme verlieren?

Wie können Stimmprobleme entstehen?

Stimme entsteht durch Schwingungen der Stimmbänder, die im Inneren des Kehlkopfes liegen. Sind die Stimmbänder aufgrund von starker Überanspruchung (häufiges Singen, langes Sprechen ohne Pause) gereizt, kann die Schleimhaut der Stimmbänder anschwellen und so zu einer eingeschränkten Funktionalität führen. Ist die Überlastung der Stimmbänder sehr hoch, können sich sogar sogenannte Schrei- oder Sängerknötchen bilden, die das Schwingen der Stimmbänder behindern. Geht die Schwellung so weit, dass sich ein Ödem bildet, hilft oftmals nur noch eine Operation, um die Stimme vor chronischem Stimmversagen zu schützen. Eine Überlastung der Stimmbänder tritt vor allem bei zu lautem Singen oder beim Schreien auf. Kommt noch ein trockener Mund- und Rachenraum hinzu, sodass die Schleimhaut der Stimmbänder gereizt ist, sind Stimmprobleme vorprogrammiert.

Was kann man gegen Stimmprobleme tun?

Gelegentliche Stimmprobleme können jeden treffen, manchmal sind sie auch „nur“ Begleiterscheinung einer Erkältung. Wer Stimmprobleme hat, kann aber einiges dagegen tun. Rauchen ist einer der größten Feinde einer geschmeidigen Stimme. Durch das Rauchen kann eine permanente Entzündung des Kehlkopfes hervorgerufen werden. Dies führt zu gereizten und entzündeten Stimmbändern, sodass sich der Klang der Stimme dauerhaft verändert. Wer heiser ist, denkt, dass er die Stimmprobleme durch räuspern beheben kann. Jedoch verstärkt dies die Stimmprobleme noch mehr. Besser ist es, die Stimme komplett zu schonen, um ihre Funktion zu erhalten. Bleiben die Stimmprobleme auch nach Schonung bestehen, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann die genaue Ursache abklären und eine geeignete Behandlung einleiten. Diese verhindert, dass die Stimmprobleme chronisch werden. Akute Halsbeschwerden können durch das Trinken von Milch mit Honig gelindert werden, denn Honig ist für seine entzündungshemmende Wirkung bekannt.

Wie kann man Stimmproblemen vorbeugen?

  • Wer gerne singt oder viel spricht, beansprucht seine Stimme. Zwar können wir unsere Stimmbänder trainieren, sodass sie sich an höhere Belastungen gewöhnen, aber ein paar Vorsichtsmaßnahmen können trotzdem nicht schaden, um Stimmproblemen vorzubeugen.
    Die Stimme sollte vor einem Auftritt oder einem langen Vortrag immer aufgewärmt werden. Geübte Sänger singen sich ein und professionelle Schauspieler starten mit ein paar Sprechübungen. Doch auch für alle anderen gibt es ein ganz einfaches Mittel, die Stimme aufzuwärmen: Gähnen.
  • Eine ausreichend befeuchtete Schleimhaut im Mund- und Rachenbereich beugt Stimmproblemen ebenfalls vor. Zwei bis drei Liter Flüssigkeit pro Tag helfen, den natürlichen Feuchtigkeitsgehalt der Schleimhaut zu erhalten. Gut geeignet sind Wasser ohne Kohlensäure und Tees. Gerade Salbeitee ist bei Sängern und Schauspielern sehr beliebt. Er kann auch zum Gurgeln eingesetzt werden. Wer lieber etwas zum Lutschen haben möchte, kann zu Medikamenten gegen Heiserkeit greifen, die eine gute Alternative zu Salbeibonbons sind, die oft nur kurzzeitig die Schleimhaut befeuchten.
  • Häufig sieht man bei Sängern, dass sie vor dem Auftritt einen Schal tragen. Dies hat einen berechtigten Grund: Der Schal hält den Hals warm und schützt damit die Stimmbänder. Sollte die Heiserkeit aufgrund der Stimmprobleme sehr stark sein, kann ein warmer Kartoffelwickel Linderung bringen. Dazu werden gekochte Kartoffeln im etwas abgekühlten Zustand zerstampft und in ein Baumwolltuch eingeschlagen. Dieses wird um den Hals gewickelt und mit einem Schal fixiert.

Stimmprobleme müssen nicht sein. Eine tolles Solo, ein gelungenes Konzert, der Applaus nach einem Vortrag: Jeder freut sich, wenn er die eigene Stimme richtig einsetzen kann. Dank einfacher Tipps und Tricks ist dies auch jederzeit möglich.

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Johannes Pfeffer, 6. Apr 2015, Aus der Geschäftsstelle, Chorpraxis, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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