Aktuelles Editorial der Zeitschrift SINGEN 8/9-2015

Seifert2012editLiebe Sängerinnen und Sänger, liebe Vorsitzende,

die Urlaubszeit ist vorbei, der Sommer vielleicht noch nicht ganz. Ich hoffe, Sie haben beides genießen können und neuen Schwung aufgenommen.

Mich hat im Sommer auch der Leserbrief von Nadja Schmiling beschäftigt, den wir in diesem Heft abdrucken. Er stellte mir erneut die Frage, wozu singen wir eigentlich. Um im Wettbewerb aufzutrumpfen? Um gesünder zu werden? Um am sozialen Netzwerk zu knüpfen? Wahrscheinlich ist die Frage falsch gestellt, denn sie fragt nach einem Zweck. Dabei singen wir doch aus Freude und auch aus Leid, weil unser Herz danach verlangt. Wir wollen unseren Gefühlen Ausdruck verleihen, im Chor sie mit anderen teilen. Alles andere ist schön, aber zweitrangig. Unser Singen ist zunächst und zutiefst einfach menschlich. Da sollte für Erfahrungen, wie sie im Leserbrief beschrieben sind, kein Raum sein.

Wenn Sie jetzt die Jahresplanung für 2016 in Angriff nehmen, spielt sicherlich das Deutsche Chorfest 2016, das vom Deutschen Chorverband vom 26. bis 29. Mai 2016 in Stuttgart veranstaltet wird, eine gewichtige Rolle. Ob Sie nun aktiv teilnehmen oder das Fest einfach nur besuchen wollen, da kann für Ihre Entscheidung bedeutsam sein, ob eine Gesamtgebühr für den Besuch fällig wird oder ob Sie Ein-Tages-Tickets erwerben können. Wir dokumentieren deshalb die Initiative von Gerhard Stähle, dem Präsidenten des CV Otto Elben, der sich beim DCV für Tagestickets einsetzt. Wir bleiben also am Ball und hoffen, dass die Entscheidung des DCV so rechtzeitig kommt, dass Sie Ihre Planungen noch beeinflussen kann. Einstweilen bleibt mein Rat: alle Planungen flexibel und offen zu halten.

Schließlich zeigt das Heft, wie nahe im Menschlichen Freude und Leid beieinander liegen. Wir freuen uns mit unserem Ehrenpräsidenten Dr. Lorenz Menz über seinen 80. Geburtstag und wünschen ihm Gottes Segen und eine bleibende Gesundheit!

Leider müssen wir in diesem Heft von zwei Persönlichkeiten Abschied nehmen, welche das Musikland Baden-Württemberg maßgeblich geprägt haben: Wolfgang Gönnenwein und Gerhard Mayer-Vorfelder. Der Name Wolfgang Gönnenwein ist selbsterklärend. Aber Gerhard Mayer-Vorfelder? Wir erinnern uns dankbar, dass er, der persönlich sehr dem Gesang zugewandt war, als Kultusminister zumindest zwei Großtaten für die Amateurmusik vollbracht hat. Er hat als Kulturpolitiker den Einstieg in die Dirigentenpauschale begonnen, so dass seit seiner Amtszeit jeder Verein der Amateurmusik einen Dirigenten bezuschusst erhält. Vorbild war dabei die Übungsleiterförderung bei den Sportvereinen. Allerdings erhalten diese, wenn sie mehrere lizenzierte Übungsleiter beschäftigen, auch eine Mehrzahl von Zuschüssen. Dieser zweite Schritt steht für die Amateurmusik noch aus. Mayer-Vorfelder hat hier noch keine adäquate Nachfolge gefunden. Ferner hat er im Kultusministerium die Stelle eines Musikreferenten geschaffen. Damit hat die Bildung unserer Jugend, die traditionell auf den Kopf und den Körper ausgerichtet war, die notwendige Ergänzung für das Herz erhalten. Dafür dürfen wir außerordentlich dankbar sein.

Denken Sie daran: wenn Sie singen, erfreuen Sie Ihr Herz, ja Ihre Seele.

Ihr
Eckhart Seifert
Präsident des Schwäbischen Chorverbands

Wolfgang Layer, 6. Sep 2015, Editorial, Gaue und Verbände, Singen und Stimme, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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