Junge Chöre

154. Stiftungsfest beim Sängerbund Lichtenstein

Fahr, 3.12.2009, Chorverband Ludwig Uhland, gemischte Chöre, Jugendchöre, Junge Chöre, Kinderchöre, Männerchöre, Veranstaltungen, Kommentare geschlossen

154. Stiftungsfest beim Sängerbund Lichtenstein

Unter dem Motto „Tierisch musikalisch“ feierte der Sängerbund Lichtenstein sein 154. Stiftungsfest in der voll besetzten Lichtensteinhalle. Mit dem australischen Kanon „Kookaburra“ eröffneten alle fünf Chöre des Vereins den Abend.

Vorsitzender Peter Metz konnte zunächst verschiedene Ehrungen durchführen für 10 Jahre aktives Singen bei der Chorjugend, für 25, 30 und 40 Jahre Vereinstreue. Musikalisch umrahmt wurden die Ehrungen vom Männerchor mit „Lob der Musik“. Im Alpengruß von C. Wicker schwelgte dann der Männerchor in der Liebe zu den Bergen und der Heimat. Andachtsvoll folgte die „Waldandacht“. Eine fröhliche Jagd mit akzentuierter Nachahmung des Horns brachte der Männerchor mit dem Jägerchor aus dem „Freischütz“ zu Gehör. Schwungvoll wurde dieser Vortrag mit der russischen Weise „Raspaschol“ beendet

Der Kinderchor Lichtensteiner Goldkehlchen war mit sprühender Begeisterung bei der Sache. „Nicht mit mir, sprach das Tier“ war die Antwort der Goldkehlchen auf den Jägerchor, was die Kinder mit viel Körpereinsatz und Schwung zu Gehör brachten. In ihrem Lied wird der Jäger als Räuber versinnbildlicht. Im Boogie-Woogie-Stil ließen die Kinder auch die Affen durch den Wald rasen. Zum Schluss fanden nicht nur die Tiere: Schön ist es auf der Welt zu sein.

Nach der Pause stimmte der Jugendchor Sweet SixTeen mit „Ich wollt ich wär ein Huhn“ herrlich lustig gackernd auf den zweiten Teil ein. Natürlich durfte auch die bekannteste Biene der Welt nicht fehlen, die „Biene Maja“. Gefühlvoller wurde es mit „El Condor Pasa“.

Der unplugged Chor Lacuna nahm die ruhigen Töne des Jugendchores in „Like a dirty dog“ auf und entführte die Zuhörer mit „Somewhere over the Rainbow“ und „Top of the world“ federleicht dorthin, wo die Bluebirds fliegen.

Der Frauenchor Omnia rundete die Chorbeiträge ab mit dem finnischen Volkslied „Ich bin der junge Hirtenknab“, in Originalsprache. Dem folgte das jiddische „Dos Kelbl“, besser bekannt als „Donna donna“, das auf zynische Weise das Leid des jüdischen Volkes während des Nationalsozialismuzs beschreibt. Fetzig ließ der Frauenchor zum Schluß noch einmal mit „Ich wär so gern wie du“ die Affen aus dem Dschungelbuch tanzen.

Zum Abschluss kamen die erwachsenen Chöre noch einmal gemeinsam auf die Bühne, um dem „König der Löwen“ mit „The lion sleeps tonight“ zu huldigen. weiterlesen »


Yes we can – Our World of Music

Bura, 25.11.2009, Gaue und Verbände, Junge Chöre, Sängerkreis Mittlerer Neckar, Veranstaltungen, Kommentare geschlossen

Was macht man als verliebter junger Mann, wenn man morgens ohne die Liebste aufwacht? – Man macht sich auf die Suche nach ihr!

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Chor meets Rap – ein gelungenes Experiment – Klassik und Rapp vereint

Labudde-Neumann, 17.11.2009, Chorverband Karl-Pfaff, gemischte Chöre, Junge Chöre, Kommentare geschlossen

Männer rappen und singenDas von Chorleiter Gerhard Werz vorsichtig als Experiment angekündigte CROSSOVER-EVENT mit seinem Kammerchor Chorschule Esslingen „dem RAP zu begegnen“ endete mit Standing Ovations. Niemand konnte sich vorstellen, wie das gehen sollte: Ein Chor und eine Rap-Crew in einem Konzert, auf einer gemeinsamen Bühne. Die Freude über den Erfolg war bei allen Beteiligten groß. Der mit Projektchoristen verstärkte Chor präsentierte sich gut vorbereitet, mit frischem, ausgewogenem Klang, die Stile der jeweiligen Literatur gut treffend. „Mit Musik geht alles besser“ war der heitere Opener. Im „Klassikteil“ folgten dem wunderschön gesungenen Schubert „O Sonne, Königin der Welt“ zwei Kompositionen des „Jubilars“ Josef Haydn, die sich augenzwinkernd mit Alltagsthemen befassten. Die einzelnen Programmelemente wurden begleitet von der „Klassik-Moderatorin“ Leila Sulyok und dem „Rap-Moderator“ Lars Lehmann. Beide erläuterten en passant in launigen Worten, „Crossover“, „Rap“ und „HipHop-Kultur“. Ein gut aufgelegtes Publikum ging von Anfang an mit und man sah nur sehr fröhliche und begeisterte Gesichter. Dass Instrumental-Titel von Chören mit „da-ba-da-ba-du“ gesungen werden ist nicht neu, aber Gerhard Werz erweiterte das Material um Originalelemente. Als Einleitung spielte Stephanie Werz (Violine) den Anfang des Originals der berühmten  „Romanze in F“ von  Beethoven, bevor der Chor die Orchesterstimmen übernahm.  Der zeitgenössische Titel „Männer mag man eben“ brachte einen deutlichen Schritt im sogenannten Stilmix des Crossover. Zwei jungen Männern sangen und rappten. Zwei Titel von ABBA schlossen Teil 1 des Abends ab.

Den zweiten Teil eröffnete die „Rap-Fraktion“. Vorsicht jetzt wird’s laut stand in vielen Gesichtern. Aber auch das war gut geplant und die Sängerin Leonie Werz eröffnete mit einem sehr gefühlvollen Song, mit professionellem Sound, der die Gesichter schnell strahlen ließ und den einsetzenden Rap, diesen „schlagfertigen“ Sprechgesang, in eine wunderbare Klangwelt eingebunden hat. Sie bot mit den Rappern Samadhi, Herr Lehmann und Loopuz, einen faszinierenden, professionellen Auftritt, gut abgemischt von Bastian Dowedeit  (Sound). Zwar stand das Publikum nicht wie sonst an der „Rampe“ aber es wurde von dem Präsentierten mitgerissen. Als auch noch zwei leibhaftige Breake-Dancer sich auf der Bühne austobten war das Publikum vollends aus dem Häuschen. Mit Titeln wie „City Sound“, „Glückspilz“ und „Playlist“ habe die Rapper viele Klassik-Chor-Fans zu den ihren gemacht. Beim letzten Rap „Schau Dich um“, trat der Chor „im Background“ singend auf. Ein toller Moment und eine weitere schöne musikalische „Berührung“. Als Höhepunkt ausgelobt war das abschließende Gemeinschaftswerk „Das Lied von der Glocke“ von Friedrich von Schiller. Zu dessen 250. Geburtstag wurden Elemente aus diesem Werk genommen, für den Chor und einige Soli – von Gerhard Werz selbst als „Meister“ gesungen,  aus der Komposition von Andreas Romberg und dazwischen eigens komponierte Soul- und Rap-Elemente. Die nicht musizierten Teile wurden original rezitiert. Es ist zu wenig Raum, um diese herrliche Kombination zu beschreiben. Aber es war ein faszinierendes Erlebnis, wie gut sich die Rap-Fraktion mit dem Inhalt musikalisch auseinandergesetzt und mit höchster, professioneller Präzision ihre Kompositionselemente in die Glocke zwischen Original-Kompositionen von Romberg für Solo, Doppelquartett, Chor und Rezitation (Leila Sulyok und Elisabeth Werz) eingefügt hat. Da wurde von allen Verantwortlichen ganze Arbeit geleistet. Alle Ausführenden können stolz sein auf diesen wunderbar gelungenen Auftritt. Schiller wäre sicher genauso begeistert gewesen.


Sängerbund RSK feiert 150. Geburtstag mit dem Montanara Chor

Labudde-Neumann, 17.11.2009, Chorverband Karl-Pfaff, gemischte Chöre, Junge Chöre, Kommentare geschlossen

Jubiläum - der RSK wurde 150 Jahre alt„Welch ein Fest, welch ein Abend voll Freude“ – schwärmte Ernst Eisele, Vorsitztender des Sängerbundes RSK, nach der von Michael Gutwein mit Charme, Witz und Humor moderierten Jubiläumsgala im vollbesetzten Neckarforum. Der Traditionschor des Sängerbundes hatte den Akzent für die Jubiläumsgala gesetzt, nämlich ein Hoch auf Festfreuden. Er begrüßte die Gäste mit einem Querschnitt aus der Operette „Die Fledermaus“. Unter dem temperamentvollen Dirigat von Alevtina Prokhorenko sprang der Funke der Fröhlichkeit auf das Publikum über. Der vor zwölf Jahren gegründete junge Chor VoicES begeisterte mit seinen Liedern. Ein Höhepunkt war der gemeinsame Auftritt mit dem Chor Accordina aus Esslingens Partnerstadt Vienne mit der „Bohemian Rhapsody“ von Freddy Mercury. Die Jazztanzgruppe des TSV RSK Esslingen zeigte die von Jutta Lowin-Leisterer choreografierte getanzte Show „Die Bar“, bei der die jungen Damen es beim Putzen der Bar langsam angehen ließen, doch beim wirklichen Barleben Temperament zeigten. Die ES-music-fans, eine routinierte Jazzband aus RSK, begeisterten mit Hits von Duke Ellington und Glenn Miller. Ob Saxofon, Trompete, Klarinette, Klavier, Baß oder Schlagzeug, jeder einzelne erhielt den verdienten Beifall. Mit Chorgesang begann der Abend, mit Chorgesang klang er auch aus. Der Montara Chor, der im vergangenen Jahr sein 50jähriges Bestehen gefeiert hatte, wurde vom Publikum begeistert empfangen. Mit Dimitri Prokhorenko am Dirigentenpult sangen sich die 15 Sänger in die Herzen der Zuhörer. Aber auch schwermütige russische Lieder und dann wieder feurige spanische und italienische Melodien brachten das Publikum zum Schwelgen.Die erwartete vom 1. Vorsitzenden Ernst Eisele in seiner Begrüßungsrede angekündigte Überraschung gab es dann zum guten Schluss. Die Sänger des Traditionschors zelebrierten – und das wird sicher einmalig bleiben – zusammen mit dem MontaraChor aus der klassischen Chorliteratur das Lied „Es löscht das Meer die Sonne aus“. Eine gelungene Überraschung für Akteure und Zuhörer.


Jugendliches Chorfestival

Zieger, 15.11.2009, Chorverband Donau-Bussen, Junge Chöre, Singen und Stimme, Kommentare geschlossen

Zu seinem 10jährigen Bestehen hatte der Chor Fatal Neufra vier andere Junge Chöre als Gäste eingeladen, um bei seinem Chorfestival die Bandbreite jugendlichen Singens aufzuzeigen. Der Cyprianuschor Bad Buchau hielt es mit „Fernando“ und „Thank you for the music“. Die „Happy Voices“ Undingen tanzten Mambo und empfahlen „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“. Nach dem „Drunken sailor“ beteuerte Contakt Unteropfingen „I wish you love“, gefolgt von „Picanto“ aus Lauterach mit „Feelings“ und „I believe“. Gastgeber Fatal mit Simone Schwendele setzte den Schlusspunkt nach einem umjubelten Programm mit „Caravan of love“, mit „You raise me up“ und den anspruchsvollen „Philosoffen“. Hubert von Goiserns „Weit, weit weg“ vereinte die Chöre zu einem imposanten Schlussbild. 


„Junger Chor Eberhardzell“ & „Die Löwenstarken Trommler“

Klaus Haid, 9.11.2009, Junge Chöre, Oberschwäbischer Chorverband, Singen und Stimme, Kommentare geschlossen

Afro-Kubanisches Feuerwerk hat gezündet

Zwei „Löwenstarke Trommler“ und ein zunehmend freier agierender „Junger Chor Eberhardzell“ unter der Leitung von Helmut Schönecker ließen es, trotz spätherbstlichem Wetter draußen, in der gut gefüllten Pfarrkirche Eberhardzell so richtig wohlig angenehm werden.

Nach einem kurzen aber heftigen perkussiven Eröffnungsfeuerwerk durch die „Löwenstarken Trommler“ und einleitenden Grußworten von Vorstand Schürer fuhr der gerade erst 5 Jahre alte „Junge Chor Eberhardzell“ mit gleich acht Solisten aus den eigenen Reihen sein afro-kubanisches Rhythmus- und Klangmenü auf. In Miriam Makebas „Pata Pata“ trat Ines Kösler mit ihrem kraftvollen Sopran virtuos in die Fußstapfen des bekannten Vorbildes „Mama Afrika“. Komplementär verzahnte Strukturen zwischen Solo, gemischtem Chor, Begleitband und den „Löwenstarken Trommlern“ ließen eine atmosphärisch dichte Musik entstehen, die auch das Publikum immer mehr in ihren Bann zog.

Mit sattem Tiefbass überzeugte Peter Kofler in „Besame mucho“, untermalt von Bolerorhythmen und auf einen kuscheligen Klangteppich des Chores gebettet.
Mit einer filigranen Akkordbegleitung und eingelagerten, stimmungsvollen Gitarrensoli trug Marianne Müller einen guten Teil zur kubanischen Grundstimmung bei. „Morire de cara al sol“, a cappella und mit homogenem Chorklang gesungen, dürfte für den „Jungen Chor“ einer der anspruchsvollsten Titel des Konzertes gewesen sein. Auch in den stark chromatischen Teilen gut intoniert hinterließ der Satz einen nachhaltigen pathetischen Eindruck.

An das Gegacker auf einem Hühnerhof erinnerten Intro und Zwischenteil von Guantanamera, ein inspiriert dargebotener urkubanischer Song in einem witzigen Arrangement, der sogleich Urlaubsstimmung aufkommen ließ. Den Abschied von der Urlaubsliebe zelebrierte Steffi Prossel mit dem Aguilera-Titel „El beso del final“ sensibel und überzeugend.

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Der folgende Programmteil war ein Fest für Uhurus „Löwenstarke Trommler“.
Mit Händen und Füßen wurden Trommeln aller Art, Glocken, Schellen, Becken, Rasseln, das Fußpedal einer Orgel, Steeldrums, ein Keyboard und sogar eine Mundharmonika bedient. Die Wogen der Begeisterung schlugen hoch ins Kirchenschiff als die professionellen Darbietungen aus dem neuen Programm der jungen „Löwen“ mit virtuosen, abwechslungsreichen und energiegeladenen Rhythmen ihren musikalischen Sprengsatz zündeten. weiterlesen »


Neuer Chor contra Junger Chor?

Gertrud Schure, 1.11.2009, Chorverband Ulm, Junge Chöre, Veranstaltungen, Kommentare geschlossen

Es soll keine Konkurrenz zwischen den beiden Chorgattungen sein. Im Gegenteil! Junge, interessierte Sängerinnen und Sänger sind auch in dem im November 2008 gegründeten „NEUER CHOR Weidenstetten“ jederzeit willkommen. Die Werbung lautet u.a.: „Bei uns dürfen alle ab 16 mitmachen, Frauen und Männer, Weidenstetter und Nicht-Weidenstetter“. Die Altersgrenze nach oben wird somit ausgeklammert. Der Vorsitzende des Liederkranzes Weidenstetten (Chorverband Ulm) Rudolf Klein argumentiert mit Begeisterung: „Ein neuer Chor ist entstanden, eine neue Aera für unseren Verein hat begonnen“. Die Idee schmälert nicht die Existenz des seit 1881 bestehenden Männerchores mit zur Zeit 30 aktiven Mitgliedern, obwohl an dessen Zukunft bereits gedacht wird.
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Der NEUE CHOR Weidenstetten stellt sich vor

Mit 30 Chormitgliedern, vorwiegend junge Leute, aber auch mit Sängern des Männerchores Weidenstetten, debutierte der NEUE CHOR beim Herbstkonzert des Liederkranzes.Die Erwartung der Zuhörer war verständlicherweise groß, da in der Chorbeschreibung auf die Vielfalt des NEUEN CHORES hingewiesen wird: „Unser Motto: gute coole Chormusik ohne Limit. Offen sein für Rock, Pop, Gospel, Klassik etc“. Der Chorleiter Hartmut Mayer hat u.a.mit sieben Titeln aus dem Musical „Les Miserables“ sofort die Herzen der Zuhörer erobert. Nicht minder verstand es der Dirigent, auch den Männerchor, den er seit 1999 leitet, auf einem hohen Niveau zu präsentieren. Aus seiner eigenen Komposition (2006) erklangen z.B. Lieder für Männerchor nach Texten von Chr. Morgenstern: „Philanthropisch“ und „Allen gleicher Seele“. Beate Frey, Klavier, und Hans-Peter Birzele, Percussion, waren hierbei zuverlässige Begleiter.


Wie lange ist man eigentlich ein „junger“ Chor?

Ursula Wagner, 22.10.2009, Chorverband Otto Elben, Junge Chöre, Singen und Stimme, Kommentare geschlossen

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Die OberjeSingers aus Herrenberg-Oberjesingen werden dieses Jahr bereits 10 Jahre alt. Da darf man ruhig mal nachfragen, ob es sich hier wirklich noch um einen sogenannten „jungen“ Chor handelt! Gegründet im Herbst 1999 im Gesangverein Frohsinn, ist der mittlerweile seit einigen Jahren auf eigenen Beinen stehende Chor auf 25 aktive SängerInnen angewachsen. Aktuell arbeiten die „Singers“, wie sie sich selbst nennen, mit der 4. Chorleitung zusammen. An Erfahrungen ist man also eher reich: mit dem ersten Chorleiter, Teru Yoshihara, wurde sehr intensiv an der Intonation und den ersten musikalischen Chorschritten gearbeitet. Die zu jener Zeit erarbeiteten japanischen Melodien klingen den damals schon aktiven ChorsängerInnen auch heute noch im Ohr. Nachdem Teru Yoshihara sich intensiver auf seine eigene Karriere konzentrieren wollte, fanden die OberjeSINGERS in Eibe Möhlmann eine Chorleiterin, die mit viel Emotionen und großer Leidenschaft an die Chorarbeit ging. Auch dies machte dem Chor viel Spaß und noch heute singen sie sehr stimmungsvoll das Stück „An Irish Blessing“ (May the road rise), das aus dieser Zeit am stärksten in Erinnerung ist. Eibe Möhlmann wanderte dann singend Richtung Osten und Anja Tschamler übernahm den Chor in Oberjesingen. Intensive Feinarbeit an neuen, auch klassischen Stücken stand nun auf dem Programm. Auch hier ging der Chor begeistert mit und fand viel Spaß an diesen teilweise neuen Musikrichtungen. Ende 2006 gründete Anja Tschamler eine Familie und zog nach Würzburg, nun übernahm Monika Blaschke die OberjeSINGERS. Zur Freude des Chores musste sich dieser nun nicht von seinem bereits erarbeiteten Repertoire verabschieden – unter Monika Blaschkes Leitung wurden diese Stücke auch weiterhin gepflegt und gesungen. Darüberhinaus kamen neue Musikstile hinzu, so dass dieser ehemals fast als Gospelchor bezeichnete Chor nun über ein buntes Liedgut verfügt: natürlich gehören Gospels noch immer dazu, ebenso aber auch beispielsweise Lieder von Mozart, Musical-Melodien, Jazz, Popsongs, Evergreens, Traditionals und neuerdings sogar die Ouvertüre des Barbier von Sevilla. Die Favoriten aus den letzten 10 Jahren wurden beim Jubiläumskonzert am 03. Oktober in der Alten Turnhalle Herrenberg vorgetragen, unterstützt von Michael Merk am Piano und Yannick Dietrich an den Drums. In einem bunten Mix präsentierte der Chor auch diesmal nicht nur „eine Abfolge von Liedern“ – nein, bei den Konzerten der OberjeSINGERS gehört immer ein kurzweiliges und amüsantes Rahmenprogramm dazu. Kostüme und zu den Stücken passende Dekorationen sowie eine launige Moderation sind obligatorisch. Diesmal wurden anlässlich des runden Geburtstags auch kleine Theaterszenen mit Werbung in eigener Sache und natürlich in schwäbischer Mundart vorgetragen. Wer weiß, vielleicht finden ja wieder neue Sänger und Sängerinnen ihren Weg nach Oberjesingen … weiterlesen »


Der Blick nach vorn – Wir gründen einen Verein

Johannes Pfeffer, 6.01.2009, Junge Chöre, Vereinsrecht, Kommentare geschlossen

Singen ja, Verein nein! So denken viele Jungen Chöre, weil ihnen alles, was mit einem Verein zusammenhängt, suspekt ist Irgendwann ist es dann doch so weit. Aber wie gründet man einen Verein? Rechtsanwalt Christian Heieck hilft Ihnen dabei.

 

Wie entsteht ein Verein?

Im wesentlichen besteht der Unterschied zwischen dem eingetragenen und dem nichteingetragenen Verein nur in der Eintragung – oder Nichteintragung – der Satzung des gegründeten Vereins in das Vereinsregister, zu welcher auch die Anmeldung der vertretungsberechtigten Vorstandsmitglieder erfolgen muss. Wir kommen darauf zurück.

Zunächst gehört zur Gründung eines Vereins, dass sich Interessenten für eine Vereinsgründung zusammenfinden, um diese vorzubereiten und als gemeinsamen Zweck zu fördern.

Manche mag es überraschen: Schon dadurch ist eine eingeständige Gesellschaft des bürgerlichen Rechts zustande gekommen, die – ohne besonderen Rechtsakt – mit der Entstehung des Vereins aufgelöst wird.

 

Es gibt sie noch – die Gründer

Sie schließen zunächst einen Vertrag, der allgemein als Satzung bezeichnet wird. Der Begriff stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutete damals „Festsetzung, gesetzliche Bestimmung, Vertrag“. Die Satzung als Vertrag der Gründungsmitglieder stellt später das Gesetzes- und Regelungswerk des Vereins dar.

Typisch für unser Rechtssystem: An sich bedarf dieser Vertrag nicht der Schriftform. Andererseits fordert § 59 Abs. 2 Nr. 1 BGB, dass der Anmeldung des Vereins zum Vereinsregister die Satzung in Ur- und Abschrift beizufügen ist. Deshalb ist also doch die Schriftform notwendig.

Am Vertrag (Satzung) müssen sich mindestens 2 Personen beteiligen. Allerdings: Eingetragen wird der Verein gemäß § 56 BGB nur, wenn die Satzung von mindestens 7 Vereinsmitgliedern unterzeichnet ist. Das ist eine sog. Sollvorschrift, die mit der Zeit zu einer Mussvorschrift geworden ist und dazu dient, völlig unbedeutende Vereine nicht zur Eintragung gelangen zu lassen.

Was in der Satzung stehen muss, soll hier nicht, aber später erörtert werden. Für heute nur soviel: Die Satzung muss in deutscher Sprache abgefasst sein. Das Vereinsregister wird nach zwingender gesetzlicher Vorschrift in deutscher Sprache geführt. In Baden-Württemberg muss der Hinweis erlaubt sein, dass mit Deutsch Hochdeutsch gemeint ist. Dies musste tatsächlich der Bundesgerichtshof im Jahr 2003 entscheiden.

Minderjährige können sich an der Gründung eines Vereins als Gründungsmitglied beteiligen; in der Regel bedarf dieser Mitwirkung jedoch der Zustimmung des gesetzlichen Vertreters.

Sind sich die (mindestens 7) Gründungsmitglieder über die Vereinsgründung einig, so beschließen sie die Gründung des Vereins in einer Gründungsversammlung und unterzeichnen die Satzung. Um gegenüber dem Vereinsregister und nach außen handlungsfähig zu sein, bestimmen sie zugleich den nach der Satzung vorgesehenen Vorstand. Diesem Vorstand obliegt dann die Umsetzung der Vereinsatzung und die Führung der Geschäfte des Vereins zu seiner Eintragung in das Vereinsregister und er betreibt die Eintragung in das Vereinsregister durch notariell unterschriftsbeglaubigte Anmeldung der Satzung und der vertretungsberechtigten Vorstandsmitglieder zum Vereins reg ister.

 

Das Vereinsregister

Es ist sinnvoll, wenn nach der Gründung der Vorstand die Eintragung in das Vereinsregister zielstrebig und zeitnah betreibt. Denn: Die Rechtsfähigkeit des Vereins entsteht erst durch die Eintragung in das Vereinsregister, § 21 BGB. Bis dahin besteht zunächst die bereits erwähnte BGB-Gesellschaft („Vorgründungsgesellschaft“). Die Gründungsgesellschafter sollten sich wirklich auf die Gründungsgeschäfte beschränken, da der spätere Verein nur für die Kosten haftet, die zur Gründung erforderlich waren. Für Geschäfte, die bereits zum späteren Vereinsleben gehören, haftet nicht der später eingetragene Verein, sondern es haften die Mitglieder der Gründungsgesellschaft. Dies hat der Bundesgerichtshof im Jahr 1998 entschieden.

Die Anschaffung eines Vereinsheims, eines Reisebusses u. ä. sollte deshalb zweckmäßigerweise erst nach Eintragung des Vereins in das Vereinsregister vorgenommen werden.

Dass es sinnvoll ist, vor der Gründungsversammlung den Satzungsentwurf mit dem Registergericht und auch dem Finanzamt zu besprechen, wurde schon verschiedentlich gesagt. Auch sollte die Satzung bestimmen, dass solche Satzungsänderungen, die der Eintragung der Satzung und damit der Entstehung der Rechtsfähigkeit des Vereins entgegenstehen könnten, vom Vorstand ohne Mitwirkung der Mitgliederversammlung beschlossen werden können.

Wenn schließlich die Satzung und die Vorstandsmitglieder vom alleinvertretungsberechtigten Vorstand oder so vielen Vorstandsmitgliedern beim Vereinsregister angemeldet wurden, wie zur Vertretung des Vereins nach außen erforderlich sind, ist alles Erforderliche zur Entstehung des rechtsfähigen Vereins getan.

 

Verfasser: Rechtsanwälte Eisenmann Wähle Birk, Bopserstraße 17, 70180 Stuttgart, Telefon 0711/2382422/3, Fax 0711/2382555, Email: stuttgart@ewb-rechtsanwaelte.de

Dieser Beitrag gibt die Auffassung, Kenntnisse und Erfahrungen des Autors aus vielen Jahren Vereinsrechtspraxis wieder. Wir bitten dennoch um Verständnis, wenn im Hinblick auf die Vielfalt der individuellen Fallgestaltungen, die im Vereinsrecht vorkommen, eine Haftung für die gegebenen Auskünfte im Hinblick auf konkrete Einzelfälle nicht übernommen werden kann.


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